Der wirtschaftliche Erfolg der Gemeinde Apen steht und fällt mit der Substanz des lokalen Mittelstands. Um die Produktionsbedingungen und realen Herausforderungen vor Ort direkt zu analysieren, hat die UWG Apen am Montag zusammen mit dem von uns unterstützten Landratskandidaten Hendrik Lehners das Unternehmen Hinrichs Metall- und Anlagenbau in Godensholt besucht.
Der kaufmännische Leiter, Olaf Ahrens, führte die Gruppe durch die Fertigungshallen an der Nordloher Straße und legte die wirtschaftliche Ausrichtung des Betriebs offen. Hinrichs hat sich von klassischen Werkstattstrukturen gelöst und setzt konsequent auf Digitalisierung. Zum Einsatz kommen moderne 3D- und 4D-Lasersysteme sowie computergestützte Verfahren für die Blechbearbeitung und den schweren Anlagenbau. Mit diesen Technologien werden komplexe Bauteile hochpräzise gefertigt und Schweißbaugruppen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 20 Tonnen verarbeitet. Investitionen dieser Größenordnung sind für Betriebe im ländlichen Raum kein Luxus, sondern die Grundvoraussetzung, um im überregionalen Wettbewerb flexibel und lieferfähig zu bleiben.
Der Rundgang machte jedoch auch die strukturellen Reibungspunkte deutlich. Hochtechnologie löst nicht alle Probleme, wenn die Rahmenbedingungen blockieren. Im anschließenden Dialog ging es um die Belastung durch ausufernde Dokumentationspflichten, steigende Energiekosten und den Mangel an qualifizierten Fachkräften. Betriebe wie Hinrichs benötigen keine Absichtserklärungen, sondern pragmatische Lösungen und verlässliche Planungssicherheit.
Hendrik Lehners, der aktuell das Amt für Umwelt und Klimaschutz beim Landkreis Ammerland leitet, betonte die Pflicht einer modernen Kreisverwaltung, als Dienstleister für die Wirtschaft zu agieren. Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt und administrative Hürden konsequent abgebaut werden. Ein starker Wirtschaftsstandort verträgt keine langwierige Bürokratie, die betriebliche Erweiterungen oder Investitionen künstlich verzögert.
Kritisch bleibt anzumerken, dass die Digitalisierung der Verwaltung den Standards moderner Industriebetriebe oft hinterherhinkt. Während Unternehmen mit digitaler Werkplanung arbeiten, scheitern öffentliche Prozesse noch zu oft an analogen Schnittstellen. Die UWG Apen wird die gewonnenen Erkenntnisse in die politische Arbeit im Gemeinderat einbringen, um die lokale Infrastruktur gezielt zu stärken und den Wirtschaftsstandort Apen resilient aufzustellen.


